Ausstellungseröffnung "Das Kreuz von Tschernobyl & Fukushima - Der Strich der Natur ist zerbrochen"

Die Werke von Dr. Benno Dalhoff waren 2016 im "Schiefen Turm", Thomästr. 72 in 59494 Soest ausgestellt und sind jetzt aktuell auf Anfrage in Wolfsbüttel ausgestellt. 

Was passierte am 25. April 1986?

Tschernobyl - 25. April 1986 "Gau im ukrainischen AKW"

Fast 30 Jahre ist das Gebiet um den Reaktor bis heute unbewohnbar. 

Das fatale Experiment 

Am 25. April 1986 sollte ein Experiment stattfinden, bei dem überprüft werden sollte, ob die Turbinen bei einem kompletten Stromausfall im Kraftwerk noch genügend Strom liefern können, um die Notkühlung des Reaktors zu gewährleisten. Um das Experiment unter realistischen Bedingungen stattfinden zu lassen, wurde das Notprogramm abgeschaltet, in dem alle wichtigen Sicherheitseinrichtungen wie die Notkühlung und das Einfahren der Bremsstäbe zusammen gefasst sind. Doch der Beginn des Experiments wurde auf den 27. April verschoben.

Der Unfall

Durch einen Bedienungsfehler des unerfahrenen Reaktoroperators fiel kurz vor Beginn des Experiments die Reaktorleistung stark ab. Zur Anhebung entfernten die Operatoren Bremsstäbe. Die zulässige Minimalgrenze von 28 Stäben wurde unterschritten. Trotz gefährlichem Sicherheitszustand befahl der Stellvertretende Chefingenieur den Beginn des Experiments. Dabei schalteten die Operatoren zu viele Kühlpumpen zu, so dass der mit wenig Leistung arbeitende Reaktor das ihn umfließende Wasser nicht mehr verdampfen konnte. Das Wasser begann aufzukochen, und erste hydraulische Schläge waren zu hören. Es war 22:30 Uhr. Als die Bedienungsmannschaft nun den Strom abschaltete und nur die Auslaufenergie der Turbine die Wasserpumpen antrieb, wurde wieder weniger Kühlwasser durch den Reaktorkern gepumpt. Da der Reaktor nur bei verdampfendem Kühlwasser ausreichend gekühlt werden kann, begann seine Leistung anzusteigen. Es war 23:04 Uhr. Spätestens an dieser Stelle wäre der Havarieschutz komplett angelaufen und hätte die Katastrophe verhindert, aber er war ja abgeschaltet. Als der Reaktoroperator den sprunghaften Leistungsanstieg im Reaktor bemerkte, löste er um 23:40 Uhr den Havarieschutz manuell aus. Sofort wurden alle Bremsstäbe, die sich nicht in der aktiven Zone befanden, eingefahren (über 200 Stück!). Doch genau an diesem Punkt entblößte der RBMK-Reaktor seinen gravierendsten Konstruktionsfehler: Die Einfahrgeschwindigkeit der Bemsstäbe ist viel zu niedrig, deutlich langsamer als in westlichen Kernkraftwerken. Außerdem befinden sich an der unteren Spitze der Bremsstäbe Graphitköpfe, welche die Kettenreaktion nur noch beschleunigen. Das Einfahren der Bremsstäbe soll die Kettenreaktion aber stoppen. Auf diesem Konzept beruht der Sicherheitsmechanismus jedes Kernkraftwerks. Da die Graphitspitzen zuerst eingeführt wurden, erhöhte sich die Leistung für einen Moment sprungartig - der "Todesstoß" für den außer Kontrolle geratenen Reaktor. Fatalerweise hatten sich durch die ungeheure Hitze im Reaktorkern auch noch die Kanäle der Bremsstäbe verformt, und die Bremsstäbe verklemmten sich unwiderruflich.Es waren beinahe nur die reaktionsbeschleunigenden Graphitköpfe im Reaktor. In der aktiven Zone begann eine chemische Reaktion zwischen dem Zirkonium, das die mittlerweile geborstenen Brennstoffkammern umhüllt, und dem Dampf. Es bildeten sich Wasserstoff und Sauerstoff - Knallgas! Um 23:58 Uhr zerriss eine mächtige Knallgasexplosion den Reaktor und alles, was ihn umgab. Ein großer Teil des radioaktiven Reaktorinhalts wurde nach draußen geschleudert. Glühende Teile entzündeten die Teerdachpappe der Dächer des Maschinenhauses und des benachbarten Blocks.

Der Einsatz von Feuerwehrleuten und Kraftwerksmitarbeitern verhinderte in dieser Nacht eine noch größere Katastrophe.

Bei der Explosion wurden zwei Männer durch herabstürzende Trümmer erschlagen. In den Wochen nach der Katastrophe starben noch weitere 30 Menschen. Sie erlagen der gewaltigen Strahlung, der sie bei ihren Rettungsarbeiten ausgesetzt waren. In den folgenden Monaten kamen sogenannte "Liquidatoren" nach Tschernobyl (Soldaten, Studenten und "Freiwillige"), die das Kraftwerk dekontaminierten, weitere Gefahrenquellen eliminierten und schließlich den Sarkophag umbauten, der heute den explodierten  Block umschließt.Ebenso schwer ist eine (vorläufige) Opferbilanz zu ziehen, da nur sehr wenige Liquidatoren der akuten Strahlenkrankheit erlagen. Vielmehr sind die meisten Todesfälle auf die Spätfolgen der Verstrahlung zurückzuführen, zum Beispiel auf Krebserkrankungen, Immunschwäche-Krankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. Je nach Standpunkt der Betrachter schwanken heute die Zahlen über alle Tschernobyl-Opfer zwischen 10.000 und über 250.000! Genau wird man es nie herausfinden. Zumal in ganz Europa, vor allem in den am meisten betroffenen Gebieten in Weißrussland und der Ukraine, noch heute "Unbeteiligte" an den Folgeschäden von Tschernobyl sterben. Vor allem die Krebs- und Kindersterblichkeitsraten steigt, in den stark verstrahlten Gebieten. Der medizinische Zustand der Kinder, die auf verstrahlten Böden aufwachsen, ist erschreckend. Und diese Folgen werden sich nicht auf die heutigen Generationen beschränken. (Quelle: http://www.lerntippsammlung.de/Tschernobyl.html)

Vor fünf Jahren – am 11. März 2011 – verursachte ein Erdbeben an der Ostküste Japans einen Tsunami. Daraufhin wurde in drei Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi die Kernschmelze ausgelöst. Es ist die größte Atomkatastrophe seit dem Super-GAU von Tschernobyl.

Gefährliche Aufräumarbeiten nach der Katastrophe; Foto: Greg Webb/IAEA

Gefährliche Aufräumarbeiten nach der Katastrophe; Foto: Greg Webb/IAEA

Seitdem tritt täglich Radioaktivität aus den Katastrophenreaktoren aus und gelangt so in die Atmosphäre, das Grundwasser und den Ozean. Schätzungsweise 23 Prozent des radioaktiven Niederschlags gingen über dem japanischen Festland nieder. So kamen Menschen in ganz Japan in Kontakt mit kontaminierter Luft, Wasser und Lebensmitteln. Den wohl höchsten Strahlenbelastungen waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Kraftwerk sowie die Rettungskräfte ausgesetzt mit tödlichen Folgen ......

Nicht nur bundesweite - auch Soester - Proteste und Aktionswoche im Frühjahr

Mit den Jahren wächst die Verdrängung. Jahrestage sind eine Gelegenheit, die Erinnerung wachzuhalten und zu erneuern. Runde Jahrestage eigenen sich dazu besonders gut. Am 11. März jährt sich Fukushima zum fünften Mal. Am 26. April ist Tschernobyl 30 Jahre her. Doch beide Katastrophen sind nicht Vergangenheit, sondern dauern bis heute an. Und sie können sich jederzeit wiederholen. Umso wichtiger, dass wir nicht nur mit Nachdruck an die unsäglichen Folgen der beiden Kernschmelzunfälle erinnern, sondern auch Druck machen, die acht Atomkraftwerke, die hierzulande noch laufen, endlich abzuschalten. Die Gefahr eines Super-GAU ist nicht gebannt! 

BUND Mahnwache 25.04.2016
25. April 2016

Trotz Regen und kaltem Wetter BUND MAHNWACHE

30 Jahre Tschernobyl/ 5 Jahre Fukushima "Atomkrakt Nein Danke!"

Ca. 40 Personen haben an der BUND Mahnwache am 25.04.2016 auf dem Soester Marktplatz von 18:00 - 18:30 Uhr teilgenommen und ein Zeichen gesetzt.   

Im Rahmen der Europäischen Aktionswoche des internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund (IBB) und der ev. Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Soest unterstützte die BUND OG Soest/Welver zusammen mit Frau Irmi Wenner und Herrn Oswald Nitschke aus Bad Sassendorf die Aktionswoche "Für eine Zukunft nach Fukushima und Tschernobyl".

Der Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer folgte unserer Einladung und gedachte an die Opfer der Katastrophen. Der Zeitzeuge Anatolij Ligun aus Tschernobyl beantwortete Fragen. Vor der Gedenkminute las Frau Irmi Wenner Gedichte vor und Frau Reinhild Arnemüller brachte die "Schwarze Wahrheit" ans Licht. Danke auch an Frau Dümichen die vor der Gedenkminute mitteilte, dass sie nur knapp der Katastrophe in Tschernobyl entkommen ist, da sie einen Tag vorher abgereist ist, ihre Freundin, der Kontakt zu ihrer Freundin, die sie in Tschernobyl besuchte, ist abgebrochen....

Musikalisch unterstütze Marian Sprinkmeier die BUND Mahnwache. 

(zum Gesamtprogramm der Aktionswoche hier)

28. April 2016

Vortrag "Suche nach der Ewigkeit - wohin mit dem Atommüll"

Der Vortrag wurde vorverlegt auf Do, 28.04 um 18:00 Uhr im MGH in Bad Sassendorf.

Überall liegt Atommüll mit unterschiedlichen Gefahren! Er wird mindestens noch Jahrzente dort bleiben und lässt sich nicht einfach an einen anderen Ort abschieben.

Der Männerkreis der ev. Kirchengemeinde Bad Sassendorf  lädt zusammen mit der BUND OG Soest/Welver ihm Rahmen der Europäischen Aktionswoche des internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund (IBB) und der Ev. Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Soest (Aktionswoche v. 22.4. - 01.05.16) zum kostenlosen Vortrag am 28.04.2015 um 18:00 Uhr ins Mehrgenerationenhaus Bad Sassendorf ein. Der Referent Klaus Brunsmeier ist stellvertretender Bundesvorsitzender des Bund für Umwelt- und Naturschutzverbandes und in der Kommission für die Atommüll-Endlagersuche.

Ausstellung in Alt St. Thomäkirche (Schiefen Turm) Soest

BUND OG Soest/Welver

Die BUND OG Soest/Welver lädt zur Ausstellung "Das Kreuz von Tschernobyl und Fukushima - Der Strich der Natur ist zerbrochen" vom BUND-Mitglied Dr. Benno Dalhoff ein. Die Ausstellung dokumentiert genetische Mutationen und Zerstörungen von Bäumen und Schmetterlingen aus künstlerischer Sicht. Die Ausstellungseröffnung findet am 24. April um 12.00 Uhr nach einem Aktionsgottesdienst "Tschernobyl und Fukushima" um 10.00 statt. Öffnungszeiten täglich 10-17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 015754837467

Ausstellungseröffnung am Sonntag, 24. April 2016 mit einem Aktionsgottesdienst um 10.30 Uhr und Birgit Sippel, Mitglied des  Europäischen Parlaments - Musik: Christina Jakob

Die Ausstellung geht bis Sa, 30.04.2016, täglich von 10.00 - 17.00 Uhr,  

Kontakt- Terminvereinbarung für Gruppen: Dr. Benno Dalhoff Tel. 02921-61271 - Handy: 01575-4837467. 

Zur Ausstellung erscheinen der im Folgenden abgebildete, von Dr. Dalhoff entworfene und von Martin Ellerkmann, Mitglied der Soester Briefmarkenfreunde, grafisch gestaltete Stempel sowie ein Briefumschlag.

SonderstempelSonderstempel

Auf dem Briefumschlag sind ein normales und drei mutierte Eichenblätter abgebildet:

SchmuckumschlagBriefumschlag

Am Gedenktag selbst am Dienstag, 26.04.2016 gibt es im Schiefen Turm ein Sonderpostamt!

Anti Atom Ermittler erstellen Flyer

In der Atom AG des Conrad-von-Soest-Gymnasium erstellte die BUND OG Soest/Welver zusammen mit den Schülern des 5. und des 6. Jahrgangs einen Flyer zur 30 jährigen Katastrophe von Tschernobyl und zur 5 jährigen Katastrophe von Fukushima.

"Die Schüler haben sehr gut mitgemacht und waren sehr interessiert" freut sich Birgit Langner. "Wir haben ein kleines Video erstellt und Infos zum Flyer recherchiert und diesen dann erstellt."

Video der "Anti-Atom Ermittler" Atom AG des Conrad-von-Soest-Gymnasium 5./6. SJ

Blühende Zukunft

Die "AAE" Anti-Atom-Ermittler der Atom AG des Conrad-von-Gymnasium Soest machen aus dem gefundenen Niemandsland eine "Blühende Zukunft", denn vor 30 Jahren passierte das Atomunglück in Tschernobyl am 25.04.1986 und am 11. März 2011 vor 5 Jahren kam es in Fukushima zu einer atomaren Katastrophe; in Tschernobyl und Fukushima ist alles für immer verstrahlt; es ist ein Niemandsland ohne Leben. Die "AAE" setzen sich für eine "Blühende Zukunft" ein - ohne Atomkraft!

Ausstellungbesuch

Zum Abschluss der Atom AG besuchen die 5./6. JGstufe des Conrad-von-Soest Gymnasium die Ausstellung von Dr. Benno Dalhoff im Schiefen Turm. Die Ausstellung verdeutlicht die schrecklichen Tatsachen.

Die "AAE" Anti-Atom-Ermittler des Conrad-von-Soest Gymnasium

DANKE für tolle informationsreiche Zeit mit Euch:

Philipp, Michael, Leon, Laura L., Laura K., Samuel, Carl-Noah



Atommüll Kommission

Klaus Brunsmeier, stellvertr. Bundesvorsitzender BUND

Die Suche nach einem Lager für den Strahlenabfall steckt in Deutschland in einer Sackgasse. Die Atommüll-Kommission des Bundestags muss nun ein geeignetes Suchverfahren unter Ausschluss des Standorts Gorleben entwickeln und aus einem politischen Konsens einen gesellschaftlichen Konsens machen. Der BUND ist mit Klaus Brunsmeier in der Kommission vertreten. Mehr...

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Unsere Termine, Angebote und Aktionen 2019

Hier finden Sie eine Übersicht über unsere Termine, Angebote und Aktionen 2019. Für eine Anmeldung und weitere Informationen senden Sie uns bitte eine Email an bund.soest-welver@bund.net. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind. Vielen Dank!